Druck machen

Ich bin davon überzeugt, dass nach wie vor zu viele Fotos ihr Dasein auf tristen Festplatten fristen. Deswegen werde ich versuchen euch in einigen der nächste Blog-Beiträge das Drucken von Fotos schmackhaft zu machen. Das gedruckte Bild in den Händen zu halten, gibt einem nochmal einen ganz anderen Bezug zu den eigenen Bildern. Man hat das gute Gefühl, den fotografischen Prozess wirklich vollendet zu haben.

Abgesehen vom Gefühl, den fotografischen Worklflow wirklich bis zum Ende durchschritten zu haben, macht das Drucken der eigenen Fotos auf dem heimischen  Drucker noch aus einem anderen Grund Freude. Es gibt inzwischen eine Vielzahl hochwertiger Papiere für Tintenstrahldrucker, die sowohl optisch einiges hermachen als auch haptisch bei der Arbeit damit Spaß machen. Auch wenn es nur wenige Handgriffe sind, die man beim Drucken tätigt, so ist es doch gefühlt ein ganzes Stück mehr Handarbeit, die man beim Erstellen eines Fotos einbringt, als wir es in der Digitalfotografie sonst gewohnt sind.

Dabei muss es nicht unbedingt der High End Fotodrucker mit 10 separaten Tinten und einem Preis von über 1.000 EUR sein, den man für diese lohnende Erweiterung des fotografischen Hobbies benötigt. Auch günstige moderne Tintenstrahldrucker sind durchaus in der Lage ein tolles Ergebnis auf’s Papier zu zaubern. Und es muss auch nicht unbedingt A3 oder A2 Format sein. Auch im A4 Format ist ein gedrucktes Foto ein optisches und haptisches Erlebnis. Wobei natürlich der Spaß und die Faszination mit der Größe des Formats steigt – aber eben auch die Kosten.

Womit wir vermutlich bei der größten Hürde sind, die viele vom Drucken ihrer Fotos zuhause abhält. Die Kosten. Ja, billig ist es nicht. Andererseits sollten wir uns auch vor Augen halten, dass wir den Wert unserer Fotos durch den Druck deutlich steigern. Damit meine ich nicht, dass wir unsere Fotos automatisch in einer Galerie für ein paar hundert Euro verkaufen können, nur weil wir sie auf schönes Papier gedruckt haben. Ich meine damit den Wert, den wir dem Foto damit für uns selbst geben. Gedruckt werden natürlich nur die besten Fotos. Sozusagen die Creme de la Creme unseres Fotoarchivs. Mit dem Foto, das wir drucken, beschäftigen wir uns auch viel länger. Wir investieren Zeit und weitere kreative Arbeit, um das perfekte Druckergebnis zu erreichen. All das macht jedes selbstgedruckte Foto zu einem kleinen Schatz für uns persönlich. Wenn dann ganz am Ende das Foto gerahmt an der Wand hängt, darf uns ruhig ein bisschen Stolz erfassen.

Dennoch ein paar ganz praktische Tipps, wie man die Kosten gering halten kann und trotzdem Spaß an selbstgedruckten Fotos haben kann.

  1. Kosten für den Drucker
    Es muss wie gesagt nicht immer ein High End Drucker sein. Für die ersten Gehversuche im Selbstdruck funktioniert auch gut ein moderner Tintenstrahldrucker, der für Fotos optimiert ist. Eine Einschränkung gibt es allerdings. Vor allem die hochwertigen Fine Art Papiere haben häufig eine Papierstärke, die weit über der von normalem Druckerpapier liegt. Man muss also darauf achten, ob der Drucker auch dickere Papiere verarbeiten kann, um in den Genuss der edlen Fine Art Papiere auch mit einem etwas günstigeren Drucker kommen zu können. Wir rechnen hier mit Papierstärken zwischen 200 g/m² bis deutlich über 300 g/m².
  2. Kosten für die Tinte
    Wir kennen das alle – Druckertinte ist wie flüssiges Gold. Dagegen wirkt ein teurer Rotwein wie Leitungswasser. So paradox es klingt: häufiges Drucken spart Tintenkosten. Warum? Je länger moderne Tintenstrahldrucker tatenlos herum stehen, desto mehr Tinte investieren sie in die Reinigung der Düsen vor dem nächsten Druck. Wenn der Drucker also regelmäßig ein echtes Bild zu drucken hat, verschwenden wir keine wertvolle Tinte für Reinigungsläufe.
  3. Kosten für das Papier
    Auch beim Papier muss man nicht gleich das Bankkonto sprengen. Es gibt natürlich extrem hochwertiges Fine Art Papier für Tintenstrahldrucker. Aber auch im Fotopapierbereich gibt es von renomierten Herstellern haptisch und optisch tolle Papiere, die nicht ganz so teuer sind wie klassisches Fine Art Papier. Grundsätzlich gilt natürlich: Größe kostet Geld. Daher am besten mit A4 anfangen. Das spart Geld bei der Anschaffung des Druckers, bei der Tinte durch weniger Verbrauch pro Druck und beim Papier selbst natürlich auch.

Nun aber erstmal genug der langen Vorrede. Ich möchte euch ja das Selbstdrucken schmackhaft machen. Zu diesem Zweck habe ich verschiedene Musterpapier Sets von der Firma Hahnemühle besorgt und möchte euch in zukünftigen Blogbeiträgen verschieden Papiere anhand von Beispieldrucken vorstellen. Ich werde euch dabei von meinen ganz persönlichen Erfahrungen beim Drucken und meinem Eindruck von den Papieren erzählen.

Bevor es im nächsten Beitrag um das erste Papier gehen wird, gebe ich euch noch einen ganz kurzen Überblick, wie ich persönlich drucke.

Die Musterpapiere haben alle eine Format von DIN A4. Drucken werde ich auf einem Canon Pro 100, den ich schon seit mehreren Jahren besitze. Das ist nicht der neueste und auch nicht der teuerste Drucker. Zugegeben kann er aber bis DIN A3+ drucken und hat 8 verschiedene Tintenpatronen. Hinsichtlich Software drucke ich aus Photoshop oder Lightroom heraus mit dem Canon Print Studio Pro Plugin.

Ihr werdet aber in den kommenden Beiträgen sehen, dass ich aus dem Drucken selbst erstmal keine Wissenschaft machen werde und es mir nicht so sehr darum geht wie und womit gedruckt wird, sondern dass ich euch die Freude am gedruckten Bild an sich vermittle. Wenn man erstmal Blut geleckt hat, kann man tiefer in die Materie einsteigen und dafür gibt es zahlreiche Informationsquellen im Internet, die sich z.B. eingehend mit Farbmanagement und Co. beschäftigen. Diese Aspekte sollte man nicht komplett außer Acht lassen, aber mir geht es hier um eine etwas untechnischere Sicht auf das gedruckte Bild.

Trotzdem muss ich noch ein paar Worte zum Thema ICC Profile verlieren. Vereinfacht gesagt, teilt man dem Drucker mit einem ICC Profil mit, wie er die Tinte passend zur Papierart zu Papier bringen soll, damit das Ergebnis möglichst nah an dem ist, was man auf dem Monitor sieht. ICC Profile sind also ein Teil des Farbmanagements. Weiter oben hatte ich ja geschrieben, dass es nicht immer ein High End Fotodrucker sein muss, um in den Selbsdruck einzusteigen. Ich hatte ebenfalls erwähnt, dass ein üblicher Haushaltsdrucker ggf. die hohe Papierstärke von besonder hochwertigen Papieren nicht verarbeiten kann. Daher also am besten vorher die Technischen Daten des Druckers prüfen.  Ein weiterer Nachteil von normalen Office Druckern ist außerdem, dass es die ICC Profile von den Papierherstellern zumeist nur für die High End Fotodrucker gibt. Mit einem normalen Haushalts-Tintenstrahldrucker steht man also in der Regel ohne ICC Profil da. Das beeinflusst u.U. das Druckergebnis negativ. Also erstmal mit kleinem Papierformat und nicht direkt mit dem teuersten Papier ausprobieren.

Und weil ich hier nun schon so viel allgemeines zum Drucken und den folgenden Beiträgen geschrieben habe, geht es auch schon direkt weiter mit dem nächsten Blog-Beitrag und dem ersten Papier, das ich euch vorstellen möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.