Negative digitalisieren – Teil 2

Hier kommt Teil 2 meines Beitrags zum Thema "Negative digitalisieren".

Vor ein paar Tagen habe ich euch im Beitrag „Negative digitalisieren – Teil 1“ schon eine Methode gezeigt, wie ihr mit einem handelsüblichen Flachbettscanner und einem LED-Panel eure analogen Negative digitalisieren könnt. Im zweiten Teil zu diesem Thema, möchte ich euch nun eine Methode ohne Flachbettscanner und mit besserer Qualität zeigen.

Was ihr dafür braucht? Eine Kamera, ein Objektiv mit möglichst kurzer Naheinstellgrenze, ein Stativ und ein LED Panel. Die ersten drei Dinge hat wohl jeder Fotograf eh schon zuhause. Das LED Panel kann man inzwischen relativ günstig im Internet erwerben oder selbst bauen. Die Investition in das LED Panel lässt sich rechtfertigen, weil man es nicht nur zum Scannen von Negativen gebrauchen kann, sondern natürlich auch mal als Foto- oder Videolicht „zweckentfremden“ kann. 😉

Der Aufbau ist relativ simpel: Stativ am besten auf einen Tisch stellen, LED Panel unter das Stativ auf den Tisch legen und dafür sorgen, dass es parallel zur Tischplatte liegt und Kamera auf das Stativ. Die Bildebene möglichst parallel zur Tischplatte ausrichten. Am besten funktioniert es, wenn das Stativ eine umkehrbare Mittelsäule hat und man die Kamera unten an der Mittelsäule anbringen kann. Der ganze Aufbau sieht dann so aus:

Ich hab mir dann noch aus zwei Plexiglasplatten und etwas Klebeband einen Negativhalter gebastelt. In den lege ich das Negativ und das ganze dann auf das LED Panel. Damit liegt das Negativ schön plan. Der Nachteil von Plexiglas ist leider, dass es sehr schnell Kratzer bekommt. Echtes Glas wäre hier sicherlich die bessere Alternative, aber ich hatte auf die Schnelle nur Plexiglas zur Hand.

Kamera und LED Panel nun so ausrichten, dass die Kamera perfekt senkrecht auf das Negativ ausgerichtet ist und das Negativ möglichst den gesamten Bildausschnitt der Kamera ausfüllt. Am besten stellt man nun manuell auf das Negativ scharf und auch Verschlusszeit, Blende, ISO und Weißabgleich sollte man manuell einstellen, damit die Ergebnisse von Negativ zu Negativ reproduzierbar sind und uns die Kamera z.B. nicht die Belichtung automatisch anpasst nur weil mal ein dunkleres Negativ vor die Linse kommt.

Wenn alles soweit eingestellt ist, kann die Fließbandarbeit losgehen. Auslösen, Plexiglas-Negativhalter verschieben so, dass das nächste Negativ ins Bild kommt, auslösen, verschieben, auslösen usw.
Ich nehme übrigens absichtlich den Rand des Filmstreifens mit ins Bild. Das kostet zwar ein bisschen Auflösung für das eigentliche Negativ, aber ich finde man kann den Filmstreifenrand später kreativ nutzen oder in der Nachbearbeitung immer noch rausschneiden.

Das ganze geht mit etwas Übung und wenn man den Aufbau erstmal soweit eingerichtet hat, super flott von der Hand. Die Kamera ist einfach viel schneller als ein Scanner, der das Negativ zeilenweise einscannen muss. Mit der Kamera kann man auch größere Mengen an Negativen schnell und qualitativ hochwertig digitalisieren. Immerhin kann man fast die ganze Auflösung der Kamera nutzen. Das ist schon was anderes, als die beispielhaft 1200 dpi vom Büroscanner, den ich im ersten Teil beschrieben hatte.

Die Bilder importiere ich dann von der Kamera in Lightroom und dort erfolgt dann die weitere Bearbeitung wie in Teil 1 bereits beschrieben.

Das hier beschriebene Verfahren wird bis auf Weiteres meine bevorzugte Art zur Digitalisierung meiner analogen Negative sein. Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder anderen von euch mit diesen beiden Beiträgen zur Digitalisierung von analogen Negativen auf den Geschmack der analogen Fotografie bringen konnte – entweder als Wiedereinsteiger oder als Neueinsteiger.

Hinterlasst gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag, wenn ihr noch weitere Tipps und Ideen zur Digitalisierung von analogen Negativen habt.

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